Freitag, 7. Juni

Wenn Krishnadas Kaviraj Goswami im Caitanya Caritamrita (1.4.202) versucht, die Reinheit von Radharanis Liebe zu Krishna zu beschreiben, beginnt er mit der Schilderung von Daruka. Er ist ein einfacher Diener Krishnas in Dvaraka, der von tiefer Freude überwältigt wird, wenn er Krishna Luft zufächelt. Da ihm aber genau diese entzückende Ekstase als ein Hindernis in der Erfreuung Krishnas erscheint, versucht er sie mit grossem Aufwand zu unterdrücken. In der materiellen Welt ist jede einzelne Seele auf einer Odyssee nach Glück und wenn sie einmal einen Schein davon findet, will sie gleich zugreifen. Genau dieser Greifimpuls verhärtet das Gebilde der Trennung. Daruka aber empfindet solche Glückseligkeit, und doch drängt er sie weg, um fähig zu sein, Krishna weiter zu dienen. Dies ist ein essenzieller Schritt zur Gotteserkenntnis: Die Einsicht, dass es um Krishnas Freude geht, gänzlich unabhängig von angenehmen und unangenehmen Empfindungen des Geistes. Darin löst sich die Verklammerung an die bedeckenden Schichten, welche einen von der Wirklichkeit trennten. Radharani besteht gänzlich aus dieser Stimmung, die nur andeutungsweise mit Daruka umschrieben werden kann. Sadananda Swami in einem Brief an W. Eidlitz (16.4.1956):Sobald man beim Lesen oder Hören von Rasatexten Freude empfindet, ist man auf Abwegen, auf dem Pfade der Gottlosigkeit, des Ausbeutens der shastras. Der Bhakta hat keine Zeit, Freude zu empfinden; sein Gott-Dienenist seine Freude und im Dienen ist er unersättlich, denn die Kraft des Dienens ist unendlich, ist nirguna, Gottes Eigene Kraft. Daruka und andere verfluchen nicht ihre Freude, denn sie wissen gar nicht, was Freude überhaupt ist. Sieverfluchen, dass das Dienen selbst Freude ist und die Freude, die im Dienen liegt, zuweilen das Dienen stört. Und dass die Freude des Dienens als Störung des Dienens empfunden wird, das ist eben Zeichen rechten Dienens. Daraus folgt, dass jeder, der auch nur ein wenig vom Dienen hat, nie zufrieden mit sich selbst ist, und je mehr er Dienenskraft hat, desto weniger meint er, er diene wirklich. Und daraus erklärt sich, dass der Bhakta aus der Kraft des Dienens heraus normalerweise immer so spricht, als sei er nur auf sein eigenes Glück aus.“

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s