Donnerstag, 9. Mai

In der völligen Hilflosigkeit, am Punkt der grössten erlebten Schwäche bin ich Sri Krishna nicht weiter entfernt als in den Momenten geglaubter Souveränität, in denen man das Leben im Griff zu haben scheint. Der wesentliche Schritt, den es zu unternehmen gilt, ist das einfache Anvertrauen, die Zuflucht im heiligen Namen. Das Leben muss nicht angenehmer, vergnüglicher und wohltuender werden. Aber auch das Leiden selbst schenkt nicht unbedingt vergrösserte Dringlichkeit zu dieser Zufluchtnahme. Die Begegnung mit dem heiligen Namen bedeutet, dass der Mensch bei allem Tun und Leisten von einer Grundhaltung, einer Tiefendimension ausgeht, die seine Lebensbezüge sinnvoll macht. Leider vernachlässigen wir diese Tiefenschicht häufig, decken sie zu, verdrängen sie und dadurch gerät man in die Gefahr, Sklave einer nur vordergründigen Realität zu werden.Den heiligen Namen innerlich zu umarmen ist eine religiöse Übung, welche einen aus dem Geflecht des traditionellen und erfahrungsfeindlichen Glaubenslebens heraussondiert. Sie ist eine Verwandlungsübung – zu Krishna hin. Hier ist die erlebte Wirklichkeit von Geburt und Tod und der heilige Name führt zu einer ganz anderen Wirklichkeit hin, jenseits von Leben und Tod, Sinn und Unsinn, Geborgenheit und Verlassenheit.

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