Montag, 22. Juli

„Wenn eine Person im Kreis herumwirbelt und dann innehält, denkt er, die Welt um ihn herum würde sich bewegen. Jemand, der unter dem Einfluss falschen Identitätsgefühls (ahankara) steht, glaubt, er sei der Ausführende von Tätigkeit, obwohl in Wahrheit eigentlich nur sein Geist am Drehen ist.“(Srimad Bhagavatam 10.46.41)

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Sonntag, 21. Juli

Wie der Cataka Vogel werden….viracaya mayi dandam dinabandho dayam vagatir iha na bhavattahkacid anya mamastinipatatu sata-kotir nirbharam va navambhastad api kila payodah stuyate catakena(Srila Rupa Goswami)„O Freund derjenigen, die aufrichtig nach dir rufen. Du magst mich strafen oder mich belohnen, ganz wie es Dir beliebt. In der unendlichen Weite der Welten habe ich keine andere Zuflucht ausser der zu Dir. Ob es nun aus der Wolke blitzt oder ob frisches Wasser aus ihr entströmt (was das einzige Wasser ist, was dieser Vogel trinkt), ist dem Cataka- Vogel gleich. Denn fortlaufend besingt er einfach die Herrlichkeit der Regenwolke.“

Samstag, 20. Juli

Krishnas Geburt inmitten dieser materiellen Schöpfung konstituiert gemäss Bhagavad Gita (4.9) das wichtigste historische Ereignis in der Geschichte dieser Milchstrasse. Denn erst Seine Intervention in die Welt des Vergessens hinein, ermöglicht der Seele die Verankerung in ihrer wahren Natur – in engstem Verhältnis zu Ihm.

Freitag, 19. Juli

Sri Krishna spricht die Bhagavad Gita in Kuruksetra, dem Ort, an welchem er viele Jahre zuvor die Gopis das letzte Mal getroffen hatte. Nun, inmitten von Kriegern, Schlachtgetümmel und unsäglichem Lärm, bleibt Krishna vertieft in die Erinnerung an die Gopis von Vrindavan. Als Krishna manchmal auf verborgenen Waldpfaden streifte, bemerkte er, dass einige Gopis diesen verschlungenen Weg von allen kleinen Steinchen befreit hatten. Denn sie sind immer nur um das Wohl von Krishna besorgt. Krishna sagt in der Gita (4.11), dass er jede Regung einer Seele in dem gleichen Masse erwidern möchte. Angesichts von der Intensität der Liebe der Gopis von Vrindavan kann er dieses Versprechen nicht mehr einlösen (Bhagavatam 10.32.22).So gerne würde Krishna aber den Gopis auch einen Dienst erweisen, doch sie sind weit weg von Kuruksetra. Aus seiner Liebe für die Gopis heraus denkt Krishna nun, dass er wenigstens die Steinchen, die Hindernisse, auf dem spirituellen Pfad von allen Wesen wegwischen möchte.Aus diesem Grunde spricht er die Bhagavad Gita.

Donnerstag, 18. Juli

Ein gängiges hinduistisches Missverständnis ist, dass man einfach wählen könne unter verschiedenen Pfaden, die jedoch alle zum gleichen Ziel hinführen würden. Die Bhagavad Gita (6.45-46) aber versteht die unterschiedlichen Yogapfade als Wegstufen zu Bhakti hin. Durch karma-yoga erhält man die Distanz zu den Resultaten des eigenen Handelns, was einen inneren Resonanz-Raum erzeugt, in dem man sich selber als Seele wahrnehmen kann. Durch Jnana-yoga erkennt man den ersten Aspekt Gottes – das alldurchdringende Brahman, was die Grundlage für Gotteserkenntnis darstellt (14.27, 18.54).In dieser Neutralität zur Dualität enthebt man sich allen Projektionen des Egos. Wenn das Bewusstsein die äussere Dualität überschreitet, wird Gesundheit nicht mehr vor der Krankheit bevorzugt, Erfolg nicht mehr vor Verlust oder das Bequeme nicht mehr vor dem Anstrengenden.

Mittwoch, 17. Juli

Die Begegnung mit Radha-Krishnas Namen ist realer als die gesamte Erfahrung, die wir unsere Biographie nennen, realer als das Haus, in dem ich sitze, realer als die Menschen, die sich meine Familie nennen. Viele Leben lang wollte man dieser Realität keinen Platz im Herzen lassen. Krishna ermöglichte diesen grundlegenden Vergessensprozess aus Liebe zu dieser Seele.

Dienstag, 16. Juli

„Rastlosigkeit ist die Natur von Krishna. Er verweilt nicht an einem Ort. Er begegnet einer Seele, betört ihren Geist und entschwindet dann wieder.“ Dies ist ein Vers, den Sri Caitanya selber sang (Caitanya Caritamrita, 3.15.80), als er Krishna für ganz kurze Zeit sah, und dann wieder vom Pfad seiner Augen entwichen ist. Im Absoluten ist die erweckte Sehnsucht nach Ihm und direkte Gemeinschaft mit Ihm dasselbe.