Mo, 18. Oktober 2021

Krishna, lass diese Werkzeuge von dir – uns – loskommen von zu beschränkten
Rahmen, aus zu starren und engen Grenzen. Heraus aus den Konstrukten
religiöser Betrachtungen, die doch nur wieder deine Wunderbarkeit und
intime Präsenz verbauen.
Selbst alle menschliche Anstrengung und alle Auslotung unserer
Möglichkeiten lassen nicht ein einziges Atom deiner Unumschränktheit
verstehen.
Dies innerlich annehmend, widme ich all meine Bemühungen dir.
Krishna, du hast mir alle Schwere abgenommen und mir nur noch die Seligkeit
des erwartungslosen Dienens zu dir gelassen.

So, 17. Oktober 2021

Konkurrenz mit Gott
Konkurrenz ist kein Kampf unter Gleichen, sondern die Anmassung des
Schwächeren.
Die Anmassung der Ich-Identifikation, zu glauben, die Umstände eigenmächtig
gestalten zu können, ist eine massive Verschätzung im Massstab. Das
Eingeständnis dessen bringt dieses Ich-Konstrukt bereits in Gefahr.

Sa, 16. Oktober 2021

Das Drama der Selbstisolation zerfällt
Wenn wir uns im Absoluten, bei Gott, verwurzeln, dem wir uns in liebender
Hoffnung ergeben, wird das Ausgeliefert-Sein an den menschlichen
Tyranneien, nicht zuletzt der eigenen unterbewussten oder unbewussten
Tyrannei, die uns kontrolliert und sich in egozentrischen Launen oder in
tiefverwurzelten Ängsten und Sorgen zeigt, beendet.

Fr, 15. Oktober 2021

Selbstverletzung und Verletzung anderer Menschen – wenn jemand darin lebt,
kann die Idee der Verzeihung von vorübergehender Heilung sein. Wenn man
tiefer geht und den Riss in der Zeit findet, erübrigt sich jede Form des
Verzeihens.
Wenn es keine Spur der Vergangenheit in einem gibt, also auch keine Wunden
noch Erhebendes, was einem zu Arroganz und falschen Selbstbildern
veranlasst hatte, und wirklich mit leeren Händen dasteht, was gibt es da
noch zu verzeihen?

Do, 14. Oktober 2021

Die Verwirklichung kennt keine Vergebung
Jemand, der vollständig im der Verwirklichung des Selbst ruht, kennt keine
Vergebung oder Verzeihung.
Denn um Vergebung zu praktizieren müsste man abtauchen in die Zeit und die
endlosen Geschichten in ihr. In die Vergangenheit… und man muss annehmen,
dass das, was es zu vergeben gilt, Substanz hätte.
Was gibt es noch zu verzeihen, wenn man nicht mehr im Kontinuum der Zeit
lebt und sich nicht mehr damit identifiziert?

Mi, 13. Oktober 2021

Auf die Zerstörung versuchte sich meine Ich-Identifikation ein Leben lang
vorzubereiten. Und darin glaubte es auch, stärker als der Tod zu sein.
Auf den Einbruch der Gottes-Liebe aber war es nicht gefasst.
Ich gebe ihr mein Leben. In mir erwacht zunehmend eine Radikalität: Ich
möchte es wirklich wissen.

Di, 12. Oktober 2021

Ich habe die Wahl, mich in den Welten des Geistes und ihren Versuchungen zu
verstricken oder die Wahl, mich daraus herauszuschälen und mich einem
unbekannten Prozess der Entfaltung hinzugeben – Krishnas Absicht.

Mo, 11. Oktober 2021

Noch nie ist ein glühendes und aufrichtiges Gebet umsonst zu dir gestiegen.

12. Oktober

Hingabe ist immer eine Unerträglichkeit und Unzumutbarkeit für das Ich… Oft
glaubt man dies. Doch eigentlich ist es die Freiheit selbst.
Eine leise Liebe ruft.

So, 10. Oktober 2021

Die Verbrechen der Vergangenheit leben in uns fort. Und leider neigen wir
dazu, sie zu verschweigen. Häufig fühlt sich das Opfer genau so schuldig
wie der Täter.
Dieses Verschweigen von Gefühlen, Not, Selbstbildern und all dessen, was in
der Vergangenheit sich ereignet hat, ist ein Akt der Tötung der
Lebendigkeit und generiert eine Bewusstseinsverengung und Limitierung.
Wenn ein Mensch wirkliches Interesse an der Freiheit hat, fühlt man direkt,
was dieser Verschweigungs-Akt mit einen macht und welche Last man damit
trägt. Dann lässt man es gehen, indem man sich die Wahrheit sagt – und wenn
es erforderlich ist, auch anderen Menschen – aber sicherlich auch Gott im
Gebet. Dann wird es leicht.

Sa, 09. Oktober 2021

Jeder Mensch ist ein Produkt seiner Vergangenheit und ihren endlosen
Prägungen. Warum? Weil er nie die Möglichkeit gesehen hat, aus dieser
Endlosschleife des Zeitstromes auszusteigen.
Das ist der Ort, wo Vergangenheit hingehört: nicht vor einen, nicht in
einen, sondern hinter einen. Das können wir erst tun und sind erst dazu
bereit, wenn man mit ihr im Reinen ist. Es muss alles ausgedrückt werden,
ans Tageslicht des Bewusstseins kommen. Es darf dann zu den Füssen Gottes
gelegt werden und damit erhält man sein Recht nach Neuorientierung zurück.